Eins zu Eins

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Eins zu Eins

Year
2017
Location
Frankfurt
Type
Rauminstallation / Skulptur
/

Eins zu Eins entstand im Rahmen der Gruppenausstellung Things I think I want, die im Frühjahr 2017 im Frankfurter Kunstverein zu sehen war. Die zentrale Thematik der Arbeit entwickelte sich aus einem raumbezogenen Diskurs, den das Künstlerkollektiv in einer intensiven Auseinandersetzung mit der örtlichen Ausstellungsarchitektur erfuhr. Insbesondere das Zurücktreten der technischen und baulichen Fertigung eines Ausstellungsraums zugunsten einer störungsfreien Rezeption von Kunst beschäftigte die Künstler dabei. Das Vermeiden der Interaktion von vorhandener Architektur und Kunstwerk in zeitgenössischen Ausstellungen regte YRD.Works dazu an, die vorgefundene Materialität des Frankfurter Kunstvereins einer Dekonstruktion zu unterziehen.

Daraus entstand Eins zu Eins, eine raumgreifende Skulptur, die aus der Zerlegung einer maßstabsgetreuen Reproduktion des größten Raums im Obergeschoss des Kunstvereins bestand. Die Künstler teilten den Raum anhand der technischen Abfolge von Wänden und Deckenelementen auf und ordneten ihn neu zusammengesetzt am Boden des Realraums an. Als eigentümliche Dopplung der Ausstellungsarchitektur, die von ihrer ursprünglichen Nutzung befreit wurde, verhandelte sich Eins zu Eins in einem neuen Kontext. Die dekonstruierte Replik des Raums existierte nun als autonome, raumfüllende Skulptur, die begehbar war.

Die weiße Oberfläche des Objekts nutzte sich über die Dauer der Ausstellung durch die Interaktion der Besucher*innen immer weiter ab und konservierte gleichzeitig die unterschiedlichen Spuren des Gebrauchs. Durch das Involvieren der Betrachter*innen formte sich neben der Infragestellung einer Hierarchie des Raums auch eine Kritik an der sakralen Unantastbarkeit des Kunstwerks als solchen. Was passiert durch das Aushebeln solcher tradierten Rangordnungen? Und kann so etwas wie ein demokratischer Raum für Kunst überhaupt existieren?

Als räumlicher Versuch einer Neuskalierung konventioneller Strukturen von Ausstellungen stellt Eins zu Eins das Verhältnis von Besucher*innen und Kunst in einen neuen Dialog.

Eins zu Eins (One to One) was created for the group exhibition Things I think I want, shown at the Frankfurter Kunstverein in spring 2017. The central theme of the work developed from a site-related discourse the collective engaged in through an intensive study of the venue's exhibition architecture. The artists were particularly concerned with how the technical and structural making of an exhibition space recedes in favour of an undisturbed reception of art. The avoidance of interaction between existing architecture and artwork in contemporary exhibitions prompted YRD.Works to subject the Frankfurter Kunstverein's materiality to a deconstruction.

The result was Eins zu Eins, an expansive sculpture consisting of the dismantled, true-to-scale reproduction of the largest room on the Kunstverein's upper floor. The artists divided the room according to the technical sequence of walls and ceiling elements and rearranged it, reassembled, on the floor of the actual room. As a peculiar doubling of the exhibition architecture, freed from its original use, Eins zu Eins was negotiated in a new context. The deconstructed replica of the room existed as an autonomous, room-filling sculpture that visitors could walk on.

Over the course of the exhibition, the object's white surface wore down more and more through visitors' interaction, while at the same time preserving the various traces of use. By involving viewers, the work questioned the hierarchy of space and also formed a critique of the sacred untouchability of the artwork as such. What happens when such traditional hierarchies are undermined? And can something like a democratic space for art exist at all?

As a spatial attempt to rescale the conventional structures of exhibitions, Eins zu Eins places the relationship between visitors and art in a new dialogue.

Fotos / Photos: Gabriel Poblete
Text: Sonja Borstner

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